Friedrich Hölderlin (1770 - 1843) Lessing war ein Spinozist

Hoewel Friedrich Hölderlin, de dichter van “Hyperion oder Der Eremit in Griechenland” (1797-99) zich midden in het filosofische, politieke en literaire discours van zijn tijd bevond – hij had contact met Fichte, Herder, Schiller en Goethe - werd hij in zijn tijd nauwelijks gehoord. Hij wilde een vrije dichter zijn en politiek werkzaam als radicale vernieuwer in de geest van de Griekse antieke oudheid. Maar hij voelde het gevaar: "Ich fürchte, das warme Leben in mir zu erkälten an der eiskalten Geschichte des Tags." Hij had last van geestelijke stoornissen.

Hölderlin hield zich in zijn Jena-tijd net als anderen bezig met de Spinoza-strijd. Zie daarover van Margarethe Wegenast: Hölderlins Spinoza-Rezeption in Jena. Ein Bericht. [In: Hölderlin-Jahrbuch 28 (1992–1993), S. 331]
Margarethe Wegenast, Hölderlins Spinoza-Rezeption und ihre Bedeutung für die Konzeption des »Hyperion«. Walter de Gruyter, 1990 - books.google

Uit Friedrich Hölderlin‘s Zu Jakobis Briefen über die Lehre des Spinoza neem ik hieronder een samenvatting over die hier te vinden is op een site over Walter Benjamin.

1. Lessing war ein Spinozist.

,Die orthodoxen Begriffe von der Gottheit waren nicht für ihn. Er konnte sie nicht genießen. Hen kai Pan! Anderes wußte er nichts.' ,Sollte er sich nach jemand nennen, so wußte er keinen andern als Spinoza.' [p. 12] Könne man ihn ganz, so sei einem nicht zu helfen. Man soll lieber ganz sein Freund werden. Es gebe keine andere Philosophie, als die des Spinoza'. [p. 13] Wenn der Determinist bündig sein will, muß er zum Fatalisten werden. Dann gibt sich das übrige von selbst--. Der Geist des Spinoza mag wohl kein andrer gewesen sein, als das uralte: ,a nihilo nihil fit.'

Dieses im abstraktesten Sinne genommen fand Spinoza, daß durch ein jedes Entstehen in dem Endlichen, durch jeden Wechsel in demselben ein Etwas aus dem Nichts gesetzt werde. Er verwarf also jeden Übergang des Unendlichen zum Endlichen. Setzte dafür ein immanentes Ensoph.* [p. 14] Diesem gab er, insofern es Ursache der Welt ist, weder Verstand noch Willen. ,Denn der Wille und der Verstand findet ohne einen Gegenstand nicht statt. Und zufolge der transzendentalen Einheit und absoluten Unendlichkeit der ersten Ursache, findet kein Gegenstand statt. Und einen Begriff von seinem Gegenstand hervorzubringen, einen bestimmten Willen zu haben, ehe etwas da, auf das es sich beziehen könnte, sei ungereimt. (Ist nun kein Verstand und kein Wille da, auf welchen sich die Wirkungen, als primitive, bestimmte Ursache beziehen könnten,) so muß man eine unendliche Reihe von Wirkungen annehmen.' ,Der Einwurf, daß eine unendliche Reihe von Wirkungen unmöglich, widerlege sich selbst (insoferne nämlich die Unendlichkeit indeterminabilis nicht series infinita ist), weil jede Reihe, die nicht aus nichts entspringen soll, schlechterdings eine unendliche, indeterminabilis ist. Und dann sind es nicht bloss Wirkungen, weil die innewohnende Ursache immer und überall ist. Überdies ist die Vorstellung von Folge und Dauer bloße Erscheinung [p. 16, 17], nur die Form, welcher wir uns bedienen, das Mannigfaltige in dem Unendlichen anzuschauen.'

2. Jakobi glaubt eine verständige, persönliche Ursache der Welt. Er sieht die Einwürfe Spinoza[s] so klar, daß sie beinahe zur Eigentümlichkeit in ihm werden. Aber er hilft sich dadurch, daß er bloß den Hauptteil der Spinozistischen positiven Lehre angreift. Er schließt aus dem Fatalismus unmittelbar gegen den Fatalismus und alles, was mit ihm verknüpft ist. ,Wenn es lauter würkende und keine Endursachen gibt, so hat das denkende Vermögen in der ganzen Natur bloß das Zusehen. Sein einziges Geschäfte ist, den Mechanismus der würkenden Kräfte zu begleiten. Auch die Affekte würken nicht, insoferne sie Empfindungen und Gedanken mit sich führen. Und im Grunde bewegt uns ein Etwas, das von allen Äusserungen nichts weiß, und das insoferne, von Empfindung und Gedanke schlechterdings entblößt ist. Empfindung und Gedanke sind nur Begriffe von Ausdehnung, Bewegung, Graden von Geschwindigkeit usw.' a)Wendet aber Lessing ein, daß es zu [den] menschlichen Vorurteilen gehöre, den Gedanken als das Erste und Vornehmste zu betrachten, und aus ihm alles herleiten zu wollen, da doch alles mitsamt den Vorstellungen von höheren Prinzipien abhange. Es gäbe eine höhere Kraft, die unendlich vortrefflicher sei, als die oder jene Würkung. Es könnte auch eine Art des Genusses für dieselbe geben, die nicht nur alle Begriffe übersteige, sondern völlig außer dem Begriffe liege. Dies hebe aber ihre Möglichkeit nicht auf. -- Dem Spinoza habe Einsicht zwar über alles gegolten, aber nur insofern, als sie für den Menschen, das endliche, bestimmte Wesen, das Mittel sei, womit er über seine Endlichkeit hinausreiche. Er sei ferne gewesen, unsere elende Art, nach Absichten zu handeln für die höchste Methode zu halten und den Gedanken oben zu setzen. b) gesteht Jakobi, daß er sich von der extramundanen Gottheit keine genügende Vorstellung machen könne, daß die Prinzipien des Leibniz den Spinozistischen kein Ende machen. Die Monaden samt ihren Vinculis, sagt er, lassen ihm Ausdehnung und Denken, überhaupt Realität so unbegreiflich, als er sie schon gehabt habe. Er wisse da weder rechts noch links. Es sei ihm sogar, als käme ihm noch überdies etwas aus der Tasche, ---Lessing zeigt ihm überdies eine Stelle im Leibniz, die offenbar spinozistisch ist. Es heißt da von Gott, er befinde sich in einer immerwährenden Expansion und Kontraktion. Dieses wäre die Schöpfung und das Bestehen der Welt. Und Jakobi findet, daß kein Lehrgebäude so sehr wie das von Leibniz mit dem Spinozismus übereinkäme. 1) habe Mendelssohn öffentlich gezeigt, daß die Harmonia praestabilita im Spinoza stehe. 2) haben beide im Grunde dieselbe Lehre von der Freiheit und nur ein Blendwerk unterscheide ihre Theorie.

Spinoza erläutere unser Gefühl von Freiheit durch das Beispiel eines Steines, welcher dächte und wüßte, dass er sich bestrebt, seine Bewegung, soviel er kann, fortzusetzen. Cp. LXII. Op. Koph. p. 584 et 585. Leibniz erläutere dasselbe mit dem Beispiele einer Magnetnadel, welche Lust hätte, sich nach Norden zu bewegen und in der Meinung stände, sie drehe sich unabhängig von einer andern Ursache, indem sie der unmerklichen Bewegung der magnetischen Materie nicht inne würde.

Die Endursachen erklärkt Leibniz durch einen Appetitum, einen Conatum immanentem (conscientia sui praeditum). Ebenso Spinoza, der in diesem Sinn sie vollkommen galten lassen konnte, und bei welchem Vorstellungen des Äusserlichen und der Begierde das Wesen der Seele ausmachen.

Bei Leibniz wie bei Spinoza setzt eine jede Endursache eine würkende voraus. Das Denken ist nicht die Quelle der Substanz, sondern die Substanz ist die Quelle des Denkens. [p. 17-26]

Jakobi zieht sich aus einer Philosophie zurück, die den vollkommenen Skeptizismus notwendig macht. Er liebt den Spinoza, weil er ihn mehr als ein andrer Philosoph zu der vollkommenen Überzeugung geleitet hat, daß sich gewisse Dinge nicht entwicklen lassen; vor denen man die Augen darum nicht zudrücken muss, sondern sie nehmen wie man sie findet.

Das größte Verdienst des Forschers ist, Dasein zu enthüllen und zu offenbaren. Erklärung sei ihm Mittel, Weg zu Ziele, nächster - niemals letzter Zweck. Sein letzter Zweck ist, was sich nicht erklären läßt: Das Unauflösliche, Unmittelbare, Einfache. [p. 29.31]

[Aus Friedrich Hölderlin, Sämtliche Werke, Bd. 2, Sonderausgabe (Die Tempel-Klassiker), hrsg. Paul Stapf, Wiesbaden, Emil Vollmer Verlag, S. 346 - 349.]

Noot:

* Ensoph (Ein-soph, Heb. "without limit"), the hidden God beyond thought in the mystical teaching of the Jewish Kabbalah.

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Hölderlin Gesellschaft

Hölderlin-citaat "Ich fürchte, das warme Leben in mir zu erkälten an der eiskalten Geschichte des Tags" van hier.

Aanvulling 4 april 2014

Carmelo Failla, Hölderlin. Ästhetischer und dionysischer Spinozismus  [blog